(von Stefan)
Unsere Wintertour 2009 glich schon ein wenig einer Bollerwagen-Tour on Tour.
Um den Sachsen einmal zu zeigen was wir in der Vorweihnachtszeit so verrücktes machen, musste der Bollerwagen erst einmal von Hamburg nach Dresden kommen.
Daher begann die eigentliche Tour bereits am Vortag.
Es blieb die Frage zu klären, ob unser Bollerwagen in das Auto passt.
Nehmen wir es vorweg, er passte ins Auto.
Ansonsten wäre dieser Bericht jetzt zuende.

Am Freitagmittag um 11:50 Uhr fiel der Startschuss für die Strecke von Hamburg-Blankenese über Hannover, Magdeburg, Leipzig nach Dresden-Pieschen.
Witterungsbedingt brauchten wir für die Strecke unglaubliche 7 Stunden und 10 Minuten.
Glatteis, diverse Autoansammlungen auf der Autobahn, sowie eine gefrorene Scheibenwischanlage kosteten Kraft, Konzentration und Zeit.
Um 19 Uhr wurden wir endlich erlöst - Ankunft in Dresden 

Dort angekommen ging es sofort zum Griechen um die Ecke,
denn alle hatten mächtigen Hunger und Durst.
Eine gesellige Runde: Lara, Stefan, Nina (nicht auf dem Foto), Kay und Sabrina.

Kay und ich versanken an diesem Abend in kleinen Ouzo-Karaffen…
Der Bollerwagen-Tourtag begann mit sehr eisigen Temperaturen um minus 17 Grad, brrrrr…
Ganz so gut ging es uns nach dem tollen Ouzo-Abend nicht.
Schon beim Gedanken Glühwein zu trinken, wurde uns nicht wirklich warm.
Viel später als angedacht machten wir uns daran,
den Bollerwagen aus dem Auto zu ziehen und zusammenzubasteln.

Eine echte Herausforderung bei diesen eisigen Temperaturen.
Verkleidung auf die seitlichen Teile unseres Bollerwagens setzen,
dann die Stützen fürs Dach Anschrauben.
Nun noch das Dach rauf... - NEIN!
Wo war die Halterung für unser Dach???
Sekunden von Bruchteilen dachte ich, die Tour kann nicht stattfinden.
Ich hatte doch glatt die Dachhalterungen vergessen anschrauben.
Diese klebten noch immer an unserem Sommerdach von der Tour on Tour.
Nun hieß es Improvisieren.
Am Ende waren es ganze Vier Schrauben, die das Dach halten, und bei Schnee, Eis und daher miesen Straßenverhältnissen für einen vollständigen Bollerwagen sorgen sollten.
Versuch macht klug – mehr als zusammenbrechen konnte es ja nicht.
Abschliessend noch die Lichterketten raufgebastelt, Tourplakat befestigt, Rudi sowie den Weihnachtsmann gerichtet und unserem Neuzugang PAUL seinen Platz zugewiesen.

Paul - unser neuer Wintertourbegleiter
Zwischendurch froren uns immer wieder die Finger bei diesen Fusselarbeiten ein.
Es war wirklich kaum auszuhalten, bei den eisigen Temperaturen.
Nach rund 120 Minuten Bastelarbeiten konnten wir dann endlich losziehen.
Um 14 Uhr ging es endlich los Richtung Dresden-Altstadt, und Kay fing das Zittern und Schnattern an, so durchgefroren war er bereits...

Mit an Bord unseres treuen Handwagens hatten wir natürlich 3 Liter Glühwein,
was im Vergleich zu den Vorjahren extrem wenig war.
Durch das Ziehen des Bollerwagens wurde uns fast schon warm.
Bis auf die Hände allerdings!
Ich hatte nur Handschuhe an, bei denen die Fingerspitzen freilagen.
Kay hingegen machte auf Mimose, und quäkelte die ganze Zeit,
obwohl er richtig gute Schneehandschuhe anhatte.
Nach ersten 30 Minuten Fussweg machten wir einen kurzen halt am Albertplatz
um dort die Bank zu Sprengen.
Nein, im Ernst - ein paar Euros in der Tasche konnten nicht schaden.
Es ging weiter auf den ersten niedlichen Weihnachtsmarkt,
der in der Hauptstrasse in der Dresdner Neustadt aufgebaut war.

Mit Blick auf die Dresdener Altstadt kauften wir uns einen Pflaumen-Glühwein - echt lecker!
Auf einem Bein kann man nicht ziehen, daher folgte auch gleich der zweite hinterher!

Die ersten sehr kurzen Gespräche über unsere Tour hatten wir am Glühweinstand.
Danach ging es Richtung Altstadt und Elbe.
Es wurde wirklich immer kälter.
Aber tapfer wie wir waren, sollten nun endlich die ersten bewegten Bilder unserer Tour
auf Video festgehalten werden.

Um das Video zu sehen, klicke auf das Bild!
Ein eisiger Wind fegte uns um die Ohren, als wir auf der Albertbrücke standen,
die direkt über die Elbe führt.

Gefühlte minus 25 Grad, und doch ein schöner Ort,
um an unserem Bollerwagen die Beleuchtung einzuschalten, dachten wir uns.
Bei dem Anblick wird uns ja immer ganz warm,
was sich diesmal allerdings echt in Grenzen hielt!

Um das Video zu sehen, klicke auf das Bild!
Auf in die Altstadt, vorbei am Fürstenzug und Frauenkirche, ab in die Prager Straße.
Dort versuchte Kay vergeblich jemanden zu finden der uns fotografiert.
Es war den Leuten wohl echt zu kalt.
Zu kalt auch für uns um länger stehen zu bleiben.

Laufen war angesagt.
So zogen wir durch die Prager Straße und machten uns dann schnell wieder zurück
auf den Weg zum Striezelmarkt, der auf dem Altmarkt aufgebaut war.

Die Runde dort war dann allerdings wesentlich kürzer als wir planten.
So langsam spürten wir, dass an diesem Tag die Kälte
ein wirklicher Gegner gegen unsere eigenen Energien war.
Vom Striezelmarkt aus ging es also langsam wieder Richtung Elbe.
An der Frauenkirche fanden wir doch noch einen netten Passanten,
der zwei Fotos von uns machte.
Dankeschön!

Bei Temperaturen um minus 16 Grad fing es nun auch noch an zu schneien
- was für ein winterliches Dresden!
Dabei sei angemerkt, dass wir trotz Schnee in Dresden
unsere Schneeketten für den Bollerwagen nicht aufziehen mussten.
Auf unserem Rückweg wollte Kay mir noch den wunderschönen Stallhof zeigen,
und damit verbunden einen leckeren und heissen Met trinken.
Doch leider wurde uns ein Strich durch die Rechnung gemacht.
Denn an diesem Samstag wurde dort Eintritt verlangt,
da einige Veranstaltungen stattfanden.
Dieses war uns der heisse Honigwein dann doch nicht mehr wert.
Also zurück über die Elbe - brrrrr!
Im Eiltempo ging es nocheinmal zum Glühweinstand auf dem Weihnachtsmarkt
in der Hauptstrasse, wo wir uns wieder ein wenig aufwärmten und Energien für den weiteren Fussmarsch sammelten.
Von dort ging es dann zurück nach Dresden-Pieschen.
Noch einmal 30 Minuten Laufen.
Danach den Bollerwagen Auseinanderbauen, ins Auto verladen
und ab nach oben in die warme Stube.

Dort hatten unsere Mädels lecker gekocht, was uns beim Auftauen schnell half.
Die mit Abstand kälteste Tour, die wir je gemacht haben.
Trotzdem waren wir 6 Stunden unterwegs!
Alles in allem war es aber eine sehr merkwürdige Tour.
Denn wir führten kaum Gespräche, verteilten keine Visitenkarten
und Fotos entstanden leider auch nur wenige.
Wir schieben das alles auf die unterirdischen Temperaturen
und freuen uns nun auf eine schöne Dresden-Tour im Sommer 2010,
dann bei Temperaturen deutlich über NULL Grad.
Frostige Grüße,
Eure Bollerwagenjungs
Kay und Stefan
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